Immer auf der Suche nach Potenzialen

Nazife Yaman ist Umweltmanagerin im Werk Bergheim. Ihre Aufgabe ist es, die Nachhaltigkeitsziele der Vaillant Group umzusetzen. Eine vielschichtige Aufgabe – aber genau das ist es, was Nazife Yaman schätzt.

Bei Nazife Yaman wird aus dem Nachhaltigkeitsprogramm ganz praktisch Realität.

Sie ist im Werk Bergheim verantwortlich für die Umsetzung der Umweltziele aus dem Nachhaltigkeitsprogramm SEEDS. Jedes Werk der Vaillant Group leistet auf Grundlage eines Umweltprogramms einen Beitrag, der das Unternehmen Schritt für Schritt auf dem Weg zur Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele wie der Reduktion von CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch und Abfall sowie zur Steigerung der Energieeffizienz voranbringt.

Die Vaillant Group hat sich mit SEEDS 2030 unter anderem das Ziel gesetzt, die eigenen CO₂-Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Es gibt also weiterhin viel zu tun für die Umweltmanagerin in Bergheim. „Da steckt noch viel Arbeit drin, vor allem viele Investitionen“, bestätigt Nazife Yaman. „Die Klimastrategie fordert uns, aber mit den richtigen Investitionen können wir unsere Ziele erreichen.“ Dafür ist vor allem vorausschauendes Management gefragt.

„Wenn wir beispielsweise eine Maschine in der Produktion ersetzen müssen, überlegen wir sehr genau, welche Möglichkeiten sich damit für mehr Nachhaltigkeit eröffnen“, erklärt Yaman. Welche Maschinentypen können Ressourcen sparen? Wo könnten Gefahrstoffe durch unbedenkliche Stoffe ersetzt werden? Lässt sich Abwärme nutzen? Kann eine Beleuchtungsanlage auf energieeffizientere Leuchtmittel umgestellt werden? Das sind nur einige der Fragen, die die Umweltmanager in den Werken der Vaillant Group stellen.

Als Fertigungsplanerin und Umweltmanagerin steuert Nazife Yaman die Beantwortung dieser Fragen. Sie begleitet die Entscheidungen und arbeitet eng mit Kollegen aus dem Werk Bergheim sowie mit dem zentralen Nachhaltigkeitsmanagement zusammen. Und sie tauscht sich mit den Umweltmanagern der anderen Werke aus.

Aber auch die Kollegen am Standort haben Ideen und kommen mit Hinweisen auf Nazife Yaman zu, wie etwa zum Absaugen der Schweißrauchgase. Die Wirtschaftsingenieurin erklärt: „Beim Schweißen entstehen gesundheitsgefährdende Abgase, die abgesaugt werden müssen. Die Absaugung lief in der Vergangenheit ständig, auch wenn gerade nicht geschweißt wurde. Wir haben nun an allen Schweißmaschinen Klappen installiert, die an die zentrale Absaugung angeschlossen sind. Sie werden über die Schweißanlage gesteuert, sodass die Absaugung nur beim Schweißen eingeschaltet wird. Damit sparen wir viel Energie“, so Nazife Yaman. Ein Beispiel, ganz nach ihrem Geschmack. Für die Idee und die Umsetzung hat das Werk Bergheim sogar einen SEEDS Award gewonnen, mit dem das Nachhaltigkeitsmanagement besonders effektive Nachhaltigkeitsmaßnahmen an den Standorten und in den Werken auszeichnet. „Die Leute kommen oft auf mich zu. Sie wissen, dass ich immer ein offenes Ohr habe für Hinweise.“

Kommunikationsstärke, Offenheit für Ideen, technisches Verständnis und Penibilität im Umgang mit Zahlen – das ist es, was eine Umweltmanagerin braucht. Zu jedem Quartal erarbeitet Nazife Yaman für das Nachhaltigkeitsmanagement in der Zentrale einen Bericht über die Verbräuche von Wasser, Gas und Strom des Werks Bergheim. Das Nachhaltigkeitsteam in der Zentrale sammelt die Zahlen aus allen Werken und führt sie zusammen. Das daraus entstehende Zahlenwerk ist die Basis für ein erfolgreiches Umweltmanagement, das genau und frühzeitig erkennen muss, ob es irgendwo Probleme gibt und wo noch mehr Potenzial liegt, Ressourcen zu schonen und Emissionen noch weiter zu senken. „Darum geht es im Kern. Wir wollen ein klimaneutrales Unternehmen sein.“ Und dafür hält Nazife Yaman die Augen offen.

Guten Morgen, Frau Yaman! Waren Sie heute schon als Umweltmanagerin im Werk Bergheim unterwegs?

Nazife Yaman: Ja. Ich bin immer im Werk unterwegs. Schon um mein Büro zu erreichen, muss ich die Fertigung zur Hälfte durchqueren. Dabei halte ich Augen und Ohren offen.

Die Kollegen müssen also immer vor Ihnen auf der Hut sein?

Nazife Yaman: (Lacht.) Ich habe nicht den Eindruck, dass sie mich als eine Art Gefahr betrachten. Aber natürlich schaue ich genau, besonders bei unseren Begehungen. Da ist zunächst unsere zweimal jährlich stattfindende Umweltbegehung. Dabei sehen wir uns alle Bereiche intensiv an: in der Produktion, im Lager und in der Instandhaltung, außerdem die Außenanlagen. Dann gibt es noch die täglichen Begehungen der Produktionslinien, die sogenannten VPS Shopfloor Walks, an denen das gesamte Führungsteam des Werks beteiligt ist. Einmal pro Woche nutze ich den Shopfloor Walk als „kleine Begehung“ zwischendurch. Und dann sind da noch die sogenannten VPS Value Walks, bei denen wir nach Ineffizienzen in den Produktionsprozessen suchen. Hier bin ich ebenfalls regelmäßig dabei.

Was bedeutet denn VPS und was hat das mit Ihren Aufgaben als Umweltmanagerin zu tun?

Nazife Yaman: „VPS“ steht für unser Vaillant Group Production System. Beim VPS geht es um kontinuierliche Verbesserung und darum, Verschwendung zu eliminieren. Wir haben bei der Vaillant Group immer auch die grüne Brille auf und versuchen, noch ressourcenschonender zu arbeiten. Um Ihre Frage zu beantworten: VPS und Umweltmanagement sind unterschiedliche Aufgabenbereiche, aber die Ziele decken sich teilweise. Für mich ergeben sich Synergien dadurch, dass ich beide Hüte oder – besser – Brillen aufhabe.

Was gehört zu Ihren Aufgaben als Umweltmanagerin?

Nazife Yaman: Eine ganze Menge: Ich prüfe die Fertigungsbereiche auf Umweltgefahren, entwickle Konzepte und Maßnahmen im Team, um vorgegebene Umweltstandards einzuhalten. Und ich achte darauf, dass alle umweltrelevanten Gesetze und Vorschriften befolgt werden. Ich bin an Genehmigungsverfahren beteiligt und bin Ansprechpartnerin für Mitarbeiter und Lieferanten bei allen Fragen zu Umweltstandards und deren Sicherung. Ich erstelle Management-Reviews, also Berichte, über getroffene und beabsichtigte Maßnahmen, und ich entwerfe das Umweltprogramm für den Werksstandort.

Was ist ein Umweltprogramm?

Nazife Yaman: In einem Umweltprogramm legen wir für das gesamte Werk fest, welche Umweltziele wir im kommenden Jahr erreichen wollen. Jeder soll seinen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Ich bin deshalb immer in engem Kontakt mit den Kollegen, um frühzeitig die Potenziale für das Umweltmanagement und für die SEEDS-Ziele zu berücksichtigen. Nicht für jede Maßnahme sind auch Investitionen nötig. Manchmal genügt es, die Leute zu sensibilisieren – zum Beispiel dafür, in den Pausen den Monitor und das Licht auszuschalten.

Und nach einem Jahr gibt es das nächste Umweltprogramm?

Nazife Yaman: Ja. Das heißt aber nicht, dass wir ein Umweltprogramm für die Ablage schreiben. Jedes Umweltprogramm hilft uns, unsere Ziele für ein Jahr zu erreichen. Als Umweltmanagerin bin ich für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2030 verantwortlich. Deshalb prüfe ich wie alle Umweltmanager regelmäßig den Stand der Umsetzung. Wir haben in der Vaillant Group ein standardisiertes Verfahren und berichten vierteljährlich die Zwischenergebnisse an das Nachhaltigkeitsmanagement, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

Wie arbeiten Sie mit den Kollegen aus dem Nachhaltigkeitsmanagement zusammen?

Nazife Yaman: Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Nachhaltigkeitsmanager Jens Schulzeborgmühl und mit Claudia Altenrath, der Leiterin des Nachhaltigkeitsmanagements. Wir haben regelmäßig Telefonkonferenzen, bei denen wir uns über die Projekte austauschen. Mindestens einmal jährlich treffen sich das Nachhaltigkeitsmanagement und die Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanager im HSE-Forum (HSE: Health, Safety and Environment) – und manchmal greifen wir auch spontan zum Telefon. Der Austausch mit den Kollegen hilft immer, auch wenn die Werke unterschiedlich strukturiert sind.

Verbindliche Ziele für nachprüfbare Ergebnisse

Das Fokusfeld Umwelt ist Teil des Vaillant Group Nachhaltigkeitsprogramms: SEEDS formuliert ambitionierte Ziele, die unser Familienunternehmen bis zum Jahr 2030 erreichen möchte. Eines davon: Die Vaillant Group wird klimaneutral. Bis 2030 will das Unternehmen seine CO₂-Emissionen halbieren. Unvermeidbare Emissionen werden durch Aufforstungsprojekte ausgeglichen. Damit trägt die Vaillant Group zum Erreichen der Klimaschutzziele des Pariser Abkommens von 2015 bei: Es sieht vor, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Erfahren Sie mehr über die Klimastrategie der Vaillant Group.