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Vaillant Group
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Wie man Herzlichkeit schafft

Story

  • Nachhaltigkeit
  • Technologien

Die SOS-Kinderdörfer schenken Schutz und Herzlichkeit – nicht nur Kindern und Jugendlichen. Wie das gelingen kann, zeigt ein Besuch in den SOS-Kinderdörfern Bockum und Bremen. Vaillant Deutschland hat die beiden SOS-Kinderdörfer mit moderner Heiztechnik ausgestattet.

„Unser Kinderdorf ist eigentlich eine Stadt“, sagt Sylvia Schikker, die Leiterin des SOS-Kinderdorf Bremen, das nicht nur an einem, sondern an zwanzig Orten in der Stadt vertreten ist. Denn in Bremen leiden überdurchschnittlich viele Kinder und Familien unter Armut. Das SOS-Kinderdorf wirkt diesem Umstand mit zahlreichen Angeboten entgegen.

Vor allem finden die Betroffenen Raum. Orte, an denen Kinder, Jugendliche und Familien nicht Not und Probleme, sondern Unterstützung erfahren. Zur Bremer Einrichtung gehören Kinderwohngruppen, Jugendwohngemeinschaften, ambulante und flexible Hilfen, eine Tagesgruppe, Schulkooperationen, Kindertagesstätten, Beratungsangebote, eine Inobhutnahmestelle für Geschwisterkinder und ein Stadtteil- und Familienzentrum in der Bremer Neustadt.

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Ganzheitlicher Ansatz in Bremen

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Wer das Stadtteil- und Familienzentrum betritt, wird herzlich begrüßt. Es gibt für jeden etwas zu essen und zu trinken. Schnell entstehen Gespräche: mit anderen Kindern, Eltern oder dem Fachpersonal. Hier wartet ein junger Vater mit seinem Kleinkind in der Spielecke auf seinen Beratungstermin, dort bringt eine Frau Kleidung ihrer kleinen Tochter als Spende für den Secondhand-Laden im ersten Stock; ein älteres Ehepaar kommt zum Mittagessen. „Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz“ sagt Sylvia Schikker. „Wir wollen den Menschen und Familien in unserer Stadt dabei helfen, einen guten Weg zu gehen und ihnen ein Angebot machen“. Und das ist umfangreich: Hebammensprechstunden, eine Beratung für junge werdende Eltern, Babytreffs, Eltern-Kind-Gruppen, Sprachkurse, der Secondhand-Laden, Bastel- und Musiknachmittage für Kinder, kostenloses Fußballtraining in Kooperation mit dem Verein Werder Bremen und mehr. Die Bremerinnen und Bremer nehmen die Unterstützung dankend an.

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Wir wollen den Menschen und Familien in unserer Stadt dabei helfen, einen guten Weg zu gehen.

Sylvia Schikker

Leiterin SOS-Kinderdorf Bremen

Freiwilliges Engagement

Ein derart umfangreiches Angebot erfordert eine gute Organisation – und Menschen, die mit anpacken. Davon gibt es hier glücklicherweise viele: Neben den über 200 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützen in Bremen auch 120 Freiwillige tatkräftig das SOS-Kinderdorf.

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Eine von ihnen ist Corinna Pytzka. Sie hilft zusammen mit 17 weiteren Freiwilligen im Sprachcafé „Für alte und neue Bürger der Stadt“. Menschen aus der Ukraine, Syrien, Afghanistan, dem Iran und aus Afrika treffen sich sechsmal in der Woche, um Deutsch zu lernen. Manchmal unternehmen sie Ausflüge, neuerdings gibt es spezielle Sprachkurse für Eltern. Corinna Pytzka empfindet diese Zusammentreffen als große Bereicherung: „Ich freue mich, so viel von den Menschen zu erfahren und ihnen etwas von unserer Kultur zu vermitteln. Jeder bringt etwas aus seiner Heimat mit in die Runde ein“, so die Freiwillige.

„Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen“ – was dieses Zitat von SOS-Kinderdörfer-Gründer Hermann Gmeiner bedeutet, wird in Bremen spürbar. Begrüßen. Zuhören. Raum bieten. Auf viele unterschiedliche Bedürfnisse persönlich eingehen. So wird Herzlichkeit gelebt in diesem großen, vielseitigen Kinderdorf, das eigentlich eine Stadt ist.

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Herzlichkeit auf Hof Bockum

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Das SOS-Kinderdorf Bockum ist im wahrsten Sinne ein Dorf – mit Ortsschildern und eigener Bushaltestelle, aber es ist kein klassisches Kinderdorf. Die Dorfgemeinschaft Hof Bockum liegt rund 130 Kilometer östlich von Bremen, in der Lüneburger Heide. Der ehemalige Gutshof umfasst mehrere Wohnhäuser, eine historische Mühle, Gewächshäuser, Stallungen und ca. 60 Hektar Land. „Hier gibt es einen ganz bestimmten Spirit“, sagt Wolfgang Glauser, Einrichtungsleiter auf Hof Bockum. „Bei Menschen, die hierherkommen, stellt sich ein warmes, angenehmes, herzliches Gefühl ein. Ich kann nicht genau benennen, wo das herkommt.“

Kinderdorf für Erwachsene

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Der Hof Bockum ist in vielerlei Hinsicht besonders. Kinder trifft man in diesem SOS-Kinderdorf beispielsweise nur selten an, denn: Hier leben und arbeiten gut hundert erwachsene Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Für Wolfgang Glauser und sein Team sind sie keine Beschäftigten einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung – sondern Kolleginnen und Kollegen. Diese besondere Augenhöhe zieht sich durch alle Bereiche. Es gibt Gremien wie den Werkstattrat oder Frauenbeauftrage, wo die Bewohnerinnen und Bewohner des Hofes ihre Anliegen zur Sprache bringen können und Gehör finden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Hof Bockum begleiten sie auf ihrem Weg zu sozialer und beruflicher Teilhabe. Auf dem Hof gilt das besondere Prinzip der Hausgemeinschaften. Hauseltern leben mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen. Ein Teil des Elternpaares ist mit der pädagogischen Betreuung innerhalb der Hausgemeinschaft betraut, der andere arbeitet mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in einem der verschiedenen Arbeitsbereiche zusammen. Es gibt viele unterschiedliche Arbeitsbereiche, um den individuellen Bedarfen und Neigungen der Bewohnerinnen und Bewohnern zu entsprechen. Die Landwirtschaft, die Gärtnerei und die Käserei produzieren nach BIOLAND Richtlinien. Rund hundert Arbeitsplätze gibt es auf dem Hof und außerhalb bei regionalen Betrieben.

Teilhabe und Selbstbestimmung

Mit den Arbeitsbedingungen in Hof Bockum ist Wolfgang Glauser sehr zufrieden: „Wir profitieren davon, dass wir ein Teil von SOS-Kinderdorf sind. Und von Kooperationen, wie jener mit der Vaillant Group zum Beispiel. Diese Organisation und diese Unterstützung schaffen natürlich Raum und Möglichkeit – und das macht die Arbeitsbedingungen deutlich besser.“ Michael Grebe, Bereichsleiter Arbeit, stimmt zu und ergänzt: „Das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung ist uns sehr wichtig. Wir entwickeln vielfältige Angebote, um dies zu ermöglichen. Gemeinsam gestalten wir die Entwicklungsprozesse und stärken eigenverantwortliches Handeln wo immer das möglich ist, oder bieten erforderliche Hilfen. Die Phase der Berufsfeldorientierung kann ein bis zwei Jahre dauern und die berufliche Neigung kann sich auch später noch einmal verändern.“

Ein besonderer Arbeitsbereich auf dem Hof Bockum ist die Versorgung der insgesamt 40 Milchkühe, sagt Wolfgang Glauser: „Für ein Lebewesen zu sorgen, damit es ihm gut geht, eine Beziehung aufbauen – das ist für viele eine gute Erfahrung“. Das Team kümmert sich um das Vieh und sorgt für Futteranbau und -verarbeitung sowie für genügend Stroh und Heu. Die Beschäftigten verarbeiten Wiesengras zu Futter und Milch zu Käse.

In der Region verankert

Die Produkte und Dienstleistungen des Hof Bockum werden in der Nachbarschaft geschätzt und nachgefragt. Die Milch vom Hof Bockum hat sogar schon einmal einen Preis für die „beste Milch in der Region“ erhalten. In der Region ist die Einrichtung fest verankert, man kennt sich. Der Hof öffnet sich den Menschen aus der Region und lädt sie zu sich ein. An 365 Tagen im Jahr werden die hofeigenen Produkte in einem „Regiomaten“ angeboten – einem Verkaufsautomaten, in dem regionale Produkte verkauft werden. An zwei Tagen in der Woche verkaufen die Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Hof Bockum Milchprodukte und Gemüse. Am Erntedankfest dekorieren sie die Kirche in Amelinghausen – und wenn das regionale Heideblütenfest gefeiert wird, dann nehmen alle Bockumer am Festumzug teil. „Teilhabe und Inklusion heißt für uns nicht nur unbedingt: Wir müssen raus zu den anderen. Sondern auch: Wir holen unser Umfeld zu uns. Bei unserem jährlichen Hoffest Ende Juni heißt das, wir begrüßen hier bis zu 3.000 Gäste“, sagt Wolfgang Glauser.

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Wärme ist mehr als eine Temperatur

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Vor zehn Jahren begann die internationale Partnerschaft zwischen der Kinderrechtsorganisation und der Vaillant Group. In Deutschland ist das Familienunternehmen seit 2015 für SOS-Kinderdorf aktiv. Tatkräftig unterstützt hat auch Carsten Stelter von der Firma Horst Stelter mit der Installation zwei neuer Vaillant Heizungsanlagen auf dem SOS-Hof Bockum. „Ich kannte den SOS-Hof Bockum gut, denn wir hatten bereits häufiger dort gearbeitet, als uns die Anfrage von Vaillant erreichte“, erinnert sich Heizungsbauer Carsten Stelter. Zwei Heizungsanlagen mussten möglichst schnell ausgetauscht werden.

Alte Heiztechnik raus, neue Heizsysteme sowie Solaranlage auf dem Dach rein. Vaillant hat die Anlagen zum Hof geliefert und wir haben sie dort innerhalb von drei Tagen eingebaut.

Der SOS-Hof sei ein großartiger Ort, denn mit der liebevollen Unterstützung der Betreuenden könnten die Bewohnerinnen und Bewohner einer sinnvollen Arbeit auf dem Hof nachgehen, so der 54-Jährige, der selbst drei Kinder hat, eines davon mit Down-Syndrom. „Wärme ist eben nicht nur eine Temperatur.“

Zwei von vielen

Das städtische SOS-Kinderdorf in Bremen und der Hof Bockum sind sehr unterschiedlich. Und sie sind nur zwei SOS-Kinderdörfer in Deutschland. Als internationale Organisation umfasst SOS-Kinderdörfer über 530 Kinderdörfer weltweit. Mit Angeboten, die auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingehen. Wie man eine herzliche Atmosphäre schafft – dafür gibt es kein Patentrezept. Doch es gibt grundlegende Schritte, die alle SOS-Kinderdörfer befolgen: Geborgenheit und Zukunftschancen bieten. Einmaligkeit achten und Vielfalt leben. Eine Kultur des Miteinanders pflegen. So entsteht in jedem SOS-Kinderdorf ein warmes Zuhause – auch wenn die Ausgestaltung bunt und überall unterschiedlich ist.

Moderne Heiztechnik sorgt für Wärme

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Seit zehn Jahren verbindet die Vaillant Group und „SOS-Kinderdörfer weltweit“ eine enge Partnerschaft. Das Unternehmen unterstützt die Organisation mit energieeffizienter Heiztechnik und hilft damit, den Kindern und Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern ein – im wörtlichen Sinne – warmes Zuhause zu schaffen. Die Idee dahinter ist, dass das gesellschaftliche Engagement der Vaillant Group in einer direkten Beziehung zur Kernkompetenz des Unternehmens stehen soll. Mittlerweile haben SOS- Kinderdorf-Einrichtungen in 24 Ländern davon profitiert. Auch die Häuser von SOS-Kinderdorf Bremen und Hof Bockum.

10 Jahre - 10 Geschichten

In zahlreichen spannenden Geschichten gewähren wir Einblicke in die internationale Kooperation mit SOS-Kinderdörfer weltweit. Den folgenden Geschichten werden regelmäßig weitere folgen.

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