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Erstes deutsches Wasserstoffnetz im Regelbetrieb: Vaillant liefert H₂-Heiztechnik

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2026-09-01
  • Technologien
  • Energiewende

Wie aus einem Feldtest gelebte Realität wird

Gepflegte Häuser, Hecken, Carports, Fahrräder vor den Garagen. Eine Nachbarschaft die man in Deutschland oder Europa mehrfach findet. Und doch geschieht in dem rund 5.000 Einwohner zählenden Hohenwart in Bayern etwas Bemerkenswertes: Die Menschen heizen nicht mehr mit Erdgas. Sie heizen mit Wasserstoff.

Es wurde kürzlich ein entscheidender Meilenstein erreicht: Aus dem Forschungs- und Pilotprojekt „H2Direkt“ ist mit „H2Dahoam“ Deutschlands erstes Wasserstoffnetz im dauerhaften Regelbetrieb geworden. Das Projekt zeigt, wie klimaneutrales Heizen mit Wasserstoff praktisch funktionieren kann – sicher, alltagstauglich und auf Basis vorhandener Infrastruktur.

Weitergeführt wird das Projekt nach dem Förderzeitraum von Energie Südbayern GmbH (ESB) als Energieversorger sowie Energienetze Bayern GmbH als Netzbetreiber. Vaillant Deutschland begleitet die Umsetzung als Technologiepartner.

Die rund zehn Jahre alte Wohnsiedlung mit ihrer modernen Gas-Infrastruktur bot dafür ideale Voraussetzungen. Zwischen Einfamilienhäusern, Gärten und gewachsener Nachbarschaft entsteht damit ein Praxisbeispiel für die Wärmeversorgung von morgen.

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Vom Pilotprojekt zum Regelbetrieb

Der kleine Straßenzug zwischen München und Ingolstadt hat in den vergangenen zwei Jahren internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Insgesamt zehn Ein- und Zweifamilienhäuser sowie ein Gewerbebetrieb wurden im Rahmen von „H2Direkt“ vollständig mit grünem Wasserstoff versorgt. Statt Erdgas strömte Wasserstoff durch das bestehende Netz.

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Die für den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff ausgelegten Brennwertgeräte von Vaillant bewährten sich über zwei vollständige Heizperioden hinweg zuverlässig.

Mit der erfolgreich abgeschlossenen Umrüstung der Testgeräte auf Gas-Brennwertgeräte ecoTEC plus VC aus der Serienproduktion ging das Pilotprojekt offiziell in den Regelbetrieb über und wurde zu „H2Dahoam“. Dank eines speziellen Umrüstkits ermöglichen die Geräte auch den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff.

Für die Haushalte änderte sich dabei kaum etwas. Neben dem Wärmeerzeuger und dem Abgassystem mussten nur wenige Komponenten angepasst werden. Genau darin sehen die Projektpartner einen wesentlichen Hebel für die Wärmewende im Gebäudebestand: Vorhandene Netze und Versorgungsstrukturen können weiter genutzt werden, ohne aufwendige Sanierungen oder komplett neue Infrastrukturen schaffen zu müssen.

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Menschen mitnehmen – und Vertrauen schaffen

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In Hohenwart funktioniert die Wasserstoffversorgung nicht nur technisch – sie wird auch angenommen. Die teilnehmenden Familien entschieden sich bewusst für das Projekt und bleiben nach der Pilotphase weiterhin dabei.

„Anfangs hatten wir natürlich Fragen zur Sicherheit der Infrastruktur“, berichten Christina und Christoph Schartel aus Hohenwart. Die dreiköpfige Familie lebt in einem Einfamilienhaus Baujahr 2020 mit rund 186 Quadratmetern Wohnfläche, das seit Beginn des Projekts mit Wasserstoff beheizt wird. „Aber die Umstellung verlief reibungslos und im Alltag gab es keinen Unterschied zu vorher. Auch die Heizkosten sollen in etwa mit der Gasversorgung vergleichbar bleiben. Deshalb bleiben wir beim Wasserstoff, denn für uns ist das ein sinnvoller Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft.“

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Hohenwarts Bürgermeister Jürgen Haindl freut sich ebenfalls über den erfolgreich gesetzten Meilenstein. „So ein Projekt braucht Mut – von allen Beteiligten. Und man muss die Menschen mitnehmen“, blickt der Rathauschef zurück. „Die Umstellung auf den Regelbetrieb ist ein zentraler Schritt, um Wasserstoff in die Realität zu bringen. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit. Denn wenn etwas in der Praxis funktioniert, spricht sich das herum. Anfangs wurden wir belächelt – inzwischen erleben wir dafür viel Respekt.“

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Das beteiligte Fachhandwerk zieht ebenfalls eine positive Bilanz.

„Der Gerätetausch war innerhalb einer Woche umgesetzt und aus technischer Sicht sehr einfach. Die Brennwertgeräte unterscheiden sich zwar in Details, aber die Baumaße und Anschlüsse entsprechen 1:1 den bisherigen Anlagen“, erklären Anton Selensky, Inhaber Haustechnik Stachel, und Bernd Mantsch, Inhaber Mantsch Heizung. „Während der gesamten Feldtestphase gab es lediglich zwei kleinere Störeinsätze. Die Umstellung von Gas auf Wasserstoff ist für die Kunden ohne großen Aufwand und hohe Mehrkosten möglich.“

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Blick nach vorn und zusätzliche Unabhängigkeit

Mit dem erfolgreichen Übergang in den Regelbetrieb endet die Entwicklung des Projekts nicht – ganz im Gegenteil. Die nächste Ausbaustufe ist bereits geplant: die lokale Produktion und Speicherung von grünem Wasserstoff direkt vor Ort. Perspektivisch soll die Versorgung schrittweise auf weitere Teile Hohenwarts und auch angrenzende Gemeinden ausgebaut werden. Langfristig liegt die Vision der Projektpartner bei einer Anschlussquote von bis zu 50 Prozent der Haushalte.

Dafür soll in unmittelbarer Nähe der bestehenden Einspeiseanlage ein Elektrolyseur entstehen. Der notwendige Bebauungsplan wurde vom Marktgemeinderat Hohenwart bereits einstimmig beschlossen. Auf Sicht soll die Anlage mit regional erzeugtem Photovoltaik-Strom betrieben werden. Ergänzt wird das Konzept durch einen Wasserstoffspeicher, der überschüssige Energie aufnehmen und bedarfsgerecht bereitstellen kann. Ziel ist eine weitgehend unabhängige, dezentrale und klimaneutrale Energieversorgung mit kurzen Wegen und langfristiger Versorgungssicherheit.

Offenheit für unterschiedliche technische Lösungen

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Für Vaillant Deutschland ist „H2Dahoam“ weit mehr als ein erfolgreicher Feldtest. Das Projekt in Hohenwart zeigt, wie durch moderne Heiztechnik Wasserstoff über bestehende Infrastruktur im Gebäudebereich genutzt werden kann. Für Vaillant bedeutet die Wärmewende Technologieoffenheit – mit Fokus auf Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie und wasserstoff-kompatiblen Gasheizgeräten als möglicher zusätzlicher Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Mit den in Hohenwart eingesetzten Systemen gehört Vaillant zu den ersten Herstellern, die den Betrieb von Gas-Brennwertgeräten mit 100 Prozent Wasserstoff im Gebäudebestand umsetzen.

Hohenwart zeigt schon heute, wie dieser zusätzliche Baustein der Wärmeversorgung von morgen aussehen kann: zukunftsfähig, sicher betrieben und im Alltag erprobt.

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