Orte, die es zu schützen gilt: die Antarktis

Dort, wo sich nicht einmal mehr Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, läuft Friedhelm Weidemann Marathon. Vaillant begleitete ihn im Rahmen der Initiative „Orte, die es zu schützen gilt“ auf seinem Weg.

Für das Klima durch das ewige Eis

Unter dem Motto „Orte, die es zu schützen gilt“ schnürt sich der 55-jährige Ultraläufer Friedhelm Weidemann auch bei Eiseskälte die Laufschuhe: „Mit diesem Lauf will ich ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Wenn wir das Zwei-Grad-Ziel von Kyoto nicht erreichen, wird die Antarktis eines Tages verschwunden sein“, konstatiert er knapp. Das Zwei-Grad-Ziel wurde 1997 im Kyoto-Protokoll vereinbart und soll die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen. Ansonsten droht ein Abschmelzen der Polkappen und somit auch das Ende der Antarktis. Wie real diese Bedrohung ist, zeigt eine jüngste Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über das Abschmelzen in der Arktis. 8mal die Fläche Deutschlands - soviel arktisches Eis ist allein im Jahr 2016 geschmolzen. „Man muss etwas Verrücktes tun, um Aufmerksamkeit zu erregen“, so Weidemann. „Ich will das Augenmerk auf einen der schönsten und zugleich bedrohtesten Orte der Welt lenken: auf die Antarktis“, sagt er und läuft bei –20 Grad Celsius Außentemperatur 42,195 Kilometer durch das ewige Eis.

Play

Der schönste Marathon der Welt

Eine russische Militärmaschine des Typs Iljuschin setzt die rund 50 Ultraläufer am 79. Breitengrad Süd ab. Der Kontrast zur dröhnenden Lautstärke im Bauch des Frachtflugzeugs könnte nicht größer sein: absolute Stille. Nur Natur, keine Häuser, keine Autos, keine Menschen – Friedhelm Weidemann ist überwältigt, als er das erste Mal den Fuß in die Antarktis setzt. Die Einzigartigkeit der Landschaft zieht ihn sofort in ihren Bann. Neun Kilometer weiter, am Fuß des Union Glacier, soll der Antarctic Ice Marathon am kältesten, windigsten und zugleich sonnigsten Ort der Erde steigen. Bis zum Südpol sind es von hier aus immer noch knapp 1.000 Kilometer. Schlechtes Wetter, Wind und Nebel verhindern tagelang den Start und geben den Teilnehmern die Gelegenheit, sich in Ruhe an die ungewöhnlichen Bedingungen zu gewöhnen. Diese sind in jeder Hinsicht besonders: Jeder Papierschnipsel, Essensreste, selbst das Schmutzwasser aus Dusche und Toilette werden am Ende des Rennens mit den Teilnehmern zusammen die Antarktis verlassen. Auch die bei solchen Rennen üblichen Pappbecherberge und Bananenschalenhaufen begegnen den Läufern bei diesem Lauf nicht.

Selbst bei Minusgraden schwitzt der Läufer

Am 21. November ist es endlich so weit. Gegen 14 Uhr Ortszeit fällt der Startschuss zum kältesten Marathon der Welt. Die Sonne strahlt vom Himmel. Dennoch müssen die Teilnehmer nach der Hälfte die Kleidung wechseln – der gefrierende Schweiß des eigenen Körpers könnte sonst zu gefährlichen Erfrierungen führen. Auch wenn die Temperaturen nicht zum Trinken einladen: Alle sieben Kilometer müssen die Läufer obendrein noch trinken, um das Austrocknen des eigenen Körpers zu verhindern. Der schwitzt nämlich auch bei –20 Grad Celsius. Nach fast sechseinhalb Stunden erreicht Friedhelm Weidemann als 18. das Ziel. „Das war sicherlich der langsamste, aber auch der schönste Marathon, den ich je gelaufen bin“, resümiert Weidemann. Wie eine Ameise auf einem einsamen Planeten habe er sich während des Rennens gefühlt. Die Einsamkeit und die Dimensionen der antarktischen Eiswüste sind für einen Mitteleuropäer nur schwer vorstellbar.

De facto ein außergewöhnlicher Ort

Die Antarktis ist einer der außergewöhnlichsten Orte auf dieser Welt. Sie gilt als natürliches Archiv der globalen Naturgeschichte. Daneben beeindruckt sie mit weltweit einzigartigen Superlativen.

  • 80%

    der weltweiten Trinkwasserreserven

  • 2x

    Fläche Australiens = Größe der Antarktis

  • -15

    Grad Celsius ist Hochsommer

Laufen um die ganze Welt

Grenzen kennt Friedhelm Weidemann nur aus dem Atlas. Berlin, Paris, New York – Australien, USA, Asien: Bereits 279-mal überquerte der Niedersachse bis dato die Ziellinie von Marathon- und Ultraläufen. Wind und Wetter fürchtet er genauso wenig wie steile Anstiege und dunkle Tunnel. In seiner Marathonvita finden sich 82 Kilometer durch die Wüste Marokkos, über 8.000 Höhenmeter beim Grand Raid de la Réunion und die Durchquerung des kalifornischen Death Valley bei 53 Grad Celsius Außentemperatur. Er absolvierte den Elbtunnel-Marathon, den weltweit einzigen Marathon unter Tage, nahm am Empire State Building Run-up teil und erntete mit seinem Marathon auf dem Ozeanriesen Queen Elizabeth 2 einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Sein großes Ziel ist die Aufnahme in den Seven Continents Club. Dessen Mitglieder haben Marathonläufe auf allen sieben Kontinenten der Erde absolviert. Seit dem vergangenen November steht der sechste Kontinent auf Weidemanns Liste.

Außergewöhnliche Maßnahmen für außergewöhnliche Orte

Im vergangenen Jahr hat Vaillant die Aktion „Orte, die es zu schützen gilt“ ins Leben gerufen: Es ist nicht nur eine Frage der Politik, die Energiewende umzusetzen. Als ein führender Heiztechnikhersteller sieht sich Vaillant als Teil der Lösung globaler Klimafragen. Moderne, energieeffiziente Heiztechnik ist einer der größten Hebel im Kampf gegen den Klimawandel und beim Erreichen von CO₂-Einsparungen. Intern setzt Vaillant mit dem strategischen Nachhaltigkeitsprogramm S.E.E.D.S. ein Zeichen. Ein Ziel ist die Reduktion des CO₂-Ausstoßes um 25 Prozent bis zum Jahr 2020.